
Araucana Hühner: Die faszinierende Rasse mit grünen Eiern
Araucana Hühner legen faszinierende grüne bis blaue Eier – als einzige Rasse weltweit mit natürlicher Grünfärbung. Alles über Herkunft, Haltung und Besonderheiten.
Araucana Hühner: Die faszinierende Rasse mit grünen Eiern
Die Araucana-Hühner gehören zu den faszinierendsten und ungewöhnlichsten Hühnerrassen der Welt. Sie sind die Stammrasse aller Grünleger und legen als einzige Hühner natürlicherweise Eier in Grün-, Türkis- und Blautönen. Doch ihre Besonderheiten gehen weit über die Eierfarbe hinaus.
Herkunft und Geschichte
Die Araucana-Rasse stammt aus Südamerika, genauer von den Mapuche-Indianern (früher auch Araukaner genannt) in Chile und Argentinien. Sie gelten als eine der ältesten Hühnerrassen der Welt – archäologische Funde deuten darauf hin, dass die Mapuche bereits vor über 500 Jahren Hühner mit grünen Eiern hielten.
Die Rasse gelangte Anfang des 20. Jahrhunderts nach Europa. Der chilenische Geflügelkundler Professor Salvador Castello stellte sie 1921 auf dem Weltgeflügelkongress in Den Haag vor und erregte großes Aufsehen.
In Europa wird zwischen zwei Standards unterschieden:
- Europäischer Standard: Schwanzlos, mit Bommeln (Tuffs) an den Ohren
- Amerikanischer Standard (Ameraucana): Mit Schwanz und Bart, ohne Bommeln
In Deutschland werden Araucana nach dem europäischen Standard gezüchtet und sind beim BDRG anerkannt.
Das Besondere: Grüne Eier
Die grünen Eier sind zweifellos der größte Anziehungspunkt der Araucana:
Wie entsteht die grüne Farbe?
- Das Pigment Biliverdin (ein Abbauprodukt des Blutfarbstoffs) wird in der Schalendrüse in die gesamte Schale eingelagert
- Im Gegensatz zu braunen Eiern (wo die Farbe nur außen aufliegt) geht die Grünfärbung durch die komplette Eierschale
- Hält man ein Araucana-Ei gegen das Licht, schimmert es grünlich
- Die Farbe ist genetisch verankert und verblasst nicht im Laufe der Legeperiode
Eierdaten
- Eierfarbe: Grün, türkis bis blaugrün (je nach Linie)
- Eigewicht: 50–55 g
- Legeleistung: 150–180 Eier pro Jahr
- Geschmack: Identisch mit weißen oder braunen Eiern – kein Unterschied
- Nährwert: Ebenfalls identisch, keine besonderen gesundheitlichen Vorteile
Araucana als Grundlage für Grünleger
Kreuzt man Araucana mit braunlegenden Rassen, entstehen sogenannte Grünleger-Hybriden, die olivgrüne bis moosgrüne Eier legen. Mehr dazu in unserem Artikel Grünleger-Hühner: Alles über bunte Eier.
Wichtig: Nur die erste Kreuzungsgeneration (F1) legt zuverlässig grüne Eier. Die Folgegeneration (F2) kann wieder weiße, braune oder nur leicht grünliche Eier legen.
Aussehen: Markant und unverwechselbar
Araucana sind optisch leicht zu erkennen:
Körperbau
- Schwanzlos: Die auffälligste Besonderheit – Araucana besitzen keine Schwanzwirbel und damit keinen Schwanz (Rumpflosigkeit)
- Mittelgroß: Hennen ca. 2–2,5 kg, Hähne ca. 2,5–3 kg
- Aufrechte Haltung mit breiter Brust
Kopfschmuck
- Bommeln (Tuffs): Federbüschel, die seitlich am Kopf an den Ohren wachsen – ein rassespezifisches Merkmal
- Erbsenkamm: Klein und dreireihig
- Manche Linien haben einen Bart statt Bommeln
Anerkannte Farbschläge
- Wildfarbig, Schwarz, Blau, Weiß, Blau-Wildfarbig, Goldhalsig und weitere
Charakter und Verhalten
Araucana haben einen lebhaften, selbstständigen Charakter:
- Aktiv und bewegungsfreudig: Ständig auf Futtersuche, erkunden neugierig ihr Revier
- Intelligent: Lernen schnell und finden Futterverstecke
- Gute Flieger: Können relativ gut fliegen – höherer Zaun nötig
- Wachsam: Bemerken Gefahren schnell
Haltung: Was Araucana brauchen
Auslauf
Araucana sind keine Stallhühner – sie brauchen viel Bewegung:
- Mindestens 12–15 m² Freilauf pro Huhn
- Zaunhöhe mindestens 1,60 m, besser 1,80 m (Araucana können gut fliegen)
- Alternativ: Auslauf mit Netzabdeckung
- Wechselweide ist ideal
Stall
- Normale Stallanforderungen
- Gute Belüftung (Araucana sind leichtere Hühner und empfindlicher bei stickiger Luft)
- Sitzstangen in 60–80 cm Höhe (sie springen gut)
Winterhärte
Araucana sind winterhart und robust. Der Erbsenkamm bietet natürlichen Frostschutz. Im Winter sollte wie bei allen Rassen auf frostfreie Tränken und gute Belüftung geachtet werden.
Gesundheit
Araucana sind grundsätzlich robuste, gesunde Hühner. Besonderheit: Das Bommel-Gen (Tuffs) ist in homozygoter Form (wenn beide Eltern das Gen tragen) lethal – ein gewisser Prozentsatz der Küken überlebt dann nicht. Seriöse Züchter achten auf die richtige Verpaarung.
Araucana im Vergleich
- Araucana vs. Marans: Grüne Eier vs. braune Eier – zusammen hast du ein buntes Osternest das ganze Jahr
- Araucana vs. Ameraucana: Araucana sind schwanzlos mit Bommeln, Ameraucana haben Schwanz und Bart
- Araucana vs. Cream Legbar: Cream Legbar legen ebenfalls blaue Eier, sind aber eine andere Rasse (Autosexing-fähig)
Einen Gesamtüberblick über anfängerfreundliche Rassen bietet unser Artikel Die 10 besten Hühnerrassen für Anfänger.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Warum legen Araucana grüne Eier?
Die grüne Farbe entsteht durch das Pigment Biliverdin, das genetisch bedingt in die gesamte Eierschale eingelagert wird. Es ist ein natürliches Abbauprodukt des roten Blutfarbstoffs.
Schmecken grüne Eier anders?
Nein. Grüne Araucana-Eier sind geschmacklich und nährstofflich identisch mit weißen oder braunen Hühnereiern.
Sind Araucana für Anfänger geeignet?
Bedingt. Araucana sind robust und pflegeleicht, aber aktiver und flugfreudiger als typische Anfängerrassen. Wer etwas Erfahrung hat oder einen gut eingezäunten Auslauf bietet, wird mit Araucana viel Freude haben. Für den absoluten Einstieg empfehlen wir eher Sussex und ergänzend dann Araucana.
Können Araucana brüten?
Ja, manche Araucana-Hennen werden brutig und sind ordentliche Glucken. Die Brutbereitschaft ist allerdings weniger ausgeprägt als bei Seidenhühnern. Mehr zur Brut erfährst du in Kunstbrut vs. Naturbrut.
Wie teuer sind Araucana?
Rassetypische Araucana kosten 20–50 € pro Tier, je nach Farbschlag und Zuchtqualität. Grünleger-Hybriden (Araucana-Mixe) sind ab ca. 12–18 € erhältlich.
Fazit
Araucana-Hühner sind eine einzigartige Bereicherung für jede Hühnerherde. Grüne Eier im eigenen Garten sind ein echtes Highlight und sorgen am Frühstückstisch immer für Gesprächsstoff. Kombiniert mit einer klassischen Rasse wie Sussex oder einer Besonderheit wie Marans hast du eine bunte, vielfältige Herde mit Eiern in allen Farben.
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