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Der Aufbau des Hühnereis: Vom Dotter bis zur Schale
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Der Aufbau des Hühnereis: Vom Dotter bis zur Schale

Was steckt eigentlich in einem Hühnerei? Lerne den faszinierenden Aufbau des Eis kennen – vom Dotter über das Eiklar bis zur Kalkschale.

7. März 20266 Min. Lesezeit
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Der Aufbau des Hühnereis: Vom Dotter bis zur Schale

Ein Hühnerei ist ein kleines Wunderwerk der Natur. Innerhalb von nur 24–26 Stunden entsteht im Körper der Henne ein komplett geformtes Ei – mit Dotter, Eiklar, Membranen und Kalkschale.

Die Bestandteile des Eis

1. Die Eierschale

Die Schale macht etwa 10 % des Eibegewichts aus und besteht zu 95 % aus Kalziumkarbonat (Kalk). Sie ist keine geschlossene Fläche, sondern enthält ca. 7.000–17.000 Poren, durch die Luft und Feuchtigkeit ausgetauscht werden.

  • Cuticula (Oberhäutchen): Eine dünne, wachsartige Schicht auf der Außenseite schützt vor dem Eindringen von Bakterien

  • Kalkschale: Die eigentliche harte Schale

  • Farbpigmente: Werden in den letzten 3–5 Stunden der Schalenbildung eingelagert. Braune Eier erhalten ihr Pigment (Protoporphyrin) erst zum Schluss – daher ist die Innenseite brauner Eierschalen immer weiß

Tipp: Eine stabile Eierschale braucht ausreichend Kalzium im Futter (3,5–4 %). Muschelkalk oder Austernschalen sollten immer frei zugänglich sein.

2. Die Eihäute (Schalenmembranen)

Direkt unter der Schale liegen zwei dünne Membranen – die äußere und innere Schalenhaut. Am stumpfen Pol des Eis weichen sie auseinander und bilden die Luftkammer.

  • Die Luftkammer ist beim frisch gelegten Ei winzig klein

  • Sie wird mit zunehmendem Alter größer, da Feuchtigkeit durch die Poren verdunstet

  • Frischetest: Ein frisches Ei sinkt im Wasser, ein altes schwimmt – weil die Luftkammer gewachsen ist

3. Das Eiklar (Eiweiß)

Das Eiklar macht etwa 60 % des Eis aus und besteht aus vier Schichten:

  • Dünnflüssiges äußeres Eiklar – direkt unter der inneren Schalenhaut

  • Dickflüssiges (gallertartiges) Eiklar – die Hauptmasse

  • Dünnflüssiges inneres Eiklar – umgibt den Dotter direkt

  • Hagelschnüre (Chalazae): Gedrehte Eiklarstränge, die den Dotter in der Mitte halten – wie eine natürliche Aufhängung. Je ausgeprägter die Hagelschnüre, desto frischer das Ei

Zusammensetzung: 88 % Wasser, 11 % Protein (vor allem Ovalbumin), 1 % Mineralstoffe. Das Eiklar enthält kaum Fett.

4. Der Dotter (Eigelb)

Der Dotter macht ca. 30 % des Eis aus und enthält die meisten Nährstoffe:

  • Fett: ca. 32 % (Hauptenergielieferant für den Embryo)

  • Protein: ca. 16 %

  • Vitamine: A, D, E, K sowie B-Vitamine

  • Mineralstoffe: Eisen, Phosphor, Zink

  • Cholesterin: ca. 180–220 mg pro Ei

Auf dem Dotter befindet sich ein kleiner heller Fleck – die Keimscheibe (Blastoderm). Aus diesem Punkt würde sich bei einem befruchteten Ei das Küken entwickeln.

Dotterfarbe: Die Farbe des Dotters hängt vom Futter ab. Hühner mit Zugang zu frischem Gras, Karotten oder Mais haben einen intensiv orangefarbenen Dotter. Im Winter (weniger Grünfutter) werden die Dotter blasser.

Wie entsteht ein Ei?

Der Prozess der Eientstehung dauert 24–26 Stunden:

| Station | Dauer | Was passiert |
|---------|-------|-------------|
| Eierstock (Ovar) | – | Der Dotter reift heran (ca. 10 Tage) |
| Eileiter-Trichter (Infundibulum) | 15 Min. | Dotter wird aufgefangen; hier findet ggf. die Befruchtung statt |
| Eileiter-Mitte (Magnum) | 3 Std. | Eiklar wird angelagert |
| Engstelle (Isthmus) | 1,5 Std. | Die beiden Schalenhäute werden gebildet |
| Schalendrüse (Uterus) | 20 Std. | Kalkschale wird aufgebaut, Pigmente eingelagert |
| Scheide (Vagina) | Min. | Cuticula wird aufgetragen, Ei wird gelegt |

Die Henne legt das Ei mit dem stumpfen Ende zuerst. Ca. 30 Minuten nach dem Legen beginnt bereits die Reifung des nächsten Dotters im Eierstock.

Befruchtetes vs. unbefruchtetes Ei

Ein unbefruchtetes Ei sieht äußerlich identisch aus wie ein befruchtetes. Im aufgeschlagenen Ei:

  • Unbefruchtet: Keimscheibe ist ein kleiner, kompakter weißer Punkt

  • Befruchtet: Keimscheibe zeigt einen Ring (sogenanntes "Bullauge")

Für den Verzehr gibt es keinen Unterschied – Geschmack und Nährstoffe sind gleich.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Warum sind manche Eier braun und manche weiß?


Die Eifarbe wird durch die Rasse bestimmt und hängt mit der Pigmentierung in der Schalendrüse zusammen. Weiße Hühner mit weißen Ohrscheiben legen meist weiße Eier, braune Hühner mit roten Ohrscheiben braune. Es gibt Ausnahmen wie die Araucana, die grüne Eier legen.

Was bedeuten Blutflecken im Ei?


Kleine Blutpunkte im Eiklar oder auf dem Dotter entstehen durch ein geplatztes Blutgefäß während der Eientstehung. Sie sind harmlos und kein Zeichen für ein befruchtetes Ei. Sie können einfach entfernt werden.

Wie viele Eier legt ein Huhn im Leben?


Ein Huhn hat bei der Geburt mehrere tausend Eianlagen. In der Praxis legt ein Rasshuhn im Laufe seines Lebens ca. 800–1.200 Eier, mit abnehmender Leistung pro Jahr.

Fazit

Das Hühnerei ist ein faszinierendes Naturprodukt, dessen Aufbau perfekt auf die Versorgung eines heranwachsenden Kükens ausgelegt ist. Für eine gute Eiqualität brauchen Hühner vor allem ausreichend Kalzium, hochwertiges Protein und frisches Grünfutter.

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